Es muss irgendwann um 1999 herum, zur Hochphase des deutschsprachigen Hip Hop, gewesen sein. Ein Schulkamerad hat mir damals das Album „Spiel des Lebens / Spiel des Todes“ von der Kölner Hip-Hop-Formation „Die Firma“ vorgespielt und was ich da hörte gefiel mir sehr. Insbesondere der Einsatz von ziemlich eindrucksvollen Orchesterklängen, gepaart mit Rap hatte es mir damals angetan. Und natürlich nannte ich kurz darauf selbst das Album mein eigen. In Form einer „Sicherheitskopie“, wie sie auf dem Schulhof kursierten.

Damals hätte ich mir natürlich nie im Leben vorstellen können, dass ich eines Tages so eine bekannte Band vor einer Kamera stehen habe und sie fotografiere. Ich hätte mir damals ja noch nicht einmal vorstellen können, dass ich eines Tages Fotograf werden würde.

Knappe zehn Jahre später kam dann eine Anfrage aus Köln. Da ich zuvor schon eine andere Band (Maradona) für La Cosa Mia, das Label bei dem auch die Firma unter Vertrag stand, fotografierte, stand nun Die Firma selbst im Mittelpunkt. Das neue Album „Das sechste Kapitel“ war fertig, stand kurz vor dem Release und es sollten noch frische Fotos für die Presse und das Artwork produziert werden.

Aufgrund der Anzahl an Locations haben wir das Shooting auf zwei Tage aufgeteilt. Am ersten Tag ging es nach Ludwigshafen in ein kleines Theater, in dem ich mit Claus Eisenmann von den Söhnen Mannheims schon einmal geshootet habe. Im Anschluss hatten wir noch die alte Resart Ihm-Fabrik in Raunheim auf dem Plan. Allerdings hatten wir durch die ganze Fahrerei und den obligatorischen Stau länger nach Raunheim benötigt, als geplant. So gab es schon bei der Ankunft kaum noch Tageslicht und wir improvisierten – trotz vorhandener Blitzanlage – noch ein wenig mit dem Licht meines Autos. Rückblickend finde ich diese experimentellen Lichtquellen und die damit entstandenen Fotos ziemlich inspirierend und sehenswert.

Der zweite Shootingtag fand dann auf einem alten Industrieareal in Düsseldorf statt. Wir kletterten, wie das bei solchen Shootings oft üblich ist, durch ein Loch im Zaun auf die Brachfläche, ständig in der Angst, dass uns jemand erwischen könnte. Gleichzeitig waren auf dem Gelände nämlich Arbeiter unterwegs, die Bäume und Sträucher entfernten. Wir sind dann so verblieben, dass wir sie einfach ignorieren und sie taten es uns gleich. Kaputt konnten wir ohnehin nichts mehr machen. Und das ist schließlich oftmals die größte Angst von den Eigentümern.

Ich wünsche viel Spaß mit den Fotos.

Making of

Kunde: La Cosa Mia, Köln / Sony Music Entertainment Germany GmbH, München
Fotograf: Mario Andreya
Postproduction: Mario Andreya
Assistenz: Nils Beierlein

Projektleitung: Daniel Sluga